Gesundheitsversorgung in Köln

Gesundheit ist in jeder Stadt ein kostbares Gut. Doch die Stadt Köln tut viel für die Bürger der Stadt und der Region, was Möglichkeiten zur Teilhabe an medizinischer Versorgung angeht. Trotzdem ist auch hier zu beobachten, dass es Menschen gibt, die von einer angemessenen medizinischen Versorgung abgehängt werden.

Das betrifft vor allem Menschen, die nicht oder unzureichend krankenversichert sind. Dazu gehören unter anderem obdachlose Menschen, Arbeitslose oder Freiberufler, die zu wenig verdienen und nicht pflichtversichert sind. Zum anderen betrifft es Menschen, die nicht erstattungsfähige Behandlungen benötigen. Auch Personen, die wegen Altersarmut gar nicht erst zum Arzt gehen, profitieren nicht von den vielen Möglichkeiten, die in Köln geboten werden. Für wohnungslose Menschen bietet die Stadt Köln mehrere Anlaufadressen, die eine medizinische Grundversorgung sicherstellen. Außerdem steht obdachlosen Menschen der „Mobile Medizinische Dienst“ (MMD) zur Verfügung. Dazu ist auch dieser Artikel über die rollende Ambulanz in Köln interessant. Der Verein Gesundheit für Wohnungslose engagiert sich ebenfalls in diese Richtung.

Erst 2011 bewertete ein Forschungsbericht des „Instituts für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie der Universität Köln“ die Ungleichheit der Gesundheitsversorgung anhand einer Befragung von Bürgern in zwei Kölner Stadtteilen. Mehrere Veranstaltungen in Volkshochschulen und anderen Bildungsstätten hinterfragten seinerzeit die Qualitäten und Risiken des vorherrschenden Gesundheitssystems. Die derzeitige Versorgungssituation in Köln kann nur eine Momentaufnahme darstellen. In Zukunft wird die medizinische Versorgung auch in Köln und Umgebung über Telemedizin möglich sein.

Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen in Köln

Im Kölner Raum stehen den Menschen 43 Krankenhäuser mit verschiedenen Ausrichtungen zur Verfügung. In der Liste der Kölner Kliniken sind Reha-Kliniken ebenso zu finden wie

  • die Universitätsklinik Köln
  • ambulante Operationszentren
  • orthopädische Krankenhäuser
  • evangelische oder katholische Krankenhäuser
  • psychiatrische oder andere
  • Tageskliniken
  • Kinderkrankenhäuser
  • Augenkliniken
  • Zahnkliniken
  • Herzkliniken wie die CardioClinic
  • oder spezialisierte Schönheitskliniken.

Bei einigen davon handelt es sich um Privatkliniken. Bei den meisten Kölner Krankenhäusern sind abteilungsweise vorhandene Spezialisierungen vorhanden. So bietet zum Beispiel das Eduardus-Krankenhaus in Köln-Deutz medizinische Schwerpunkte in den Bereichen Unfallchirurgie und Orthopädie.

Das bedeutendste Klinikum bietet neben dem Universitätsklinikum die Stadt Köln selbst mit dem Zusammenschluss dreier städtischer Kliniken zu den „Kliniken der Stadt Köln“. Die dazu gehörenden Krankenhäuser sind auf drei Kölner Standorte verteilt. Die drei Kliniken sind das

  • Krankenhaus in Köln-Merheim
  • Krankenhaus in Köln-Holweide
  • und das Kinderkrankenhaus in der Amsterdamer Straße.

Diese drei Kliniken bieten bereits eine große Fülle medizinischer Leistungen, von der die gesamte Region profitiert. Als einer der größten Anbieter für stationäre Gesundheitsdienstleistungen sind die Kliniken der Stadt Köln für die Versorgung vieler Menschen verantwortlich. An jedem der drei Standorte werden bestimmte medizinische Schwerpunkte gesetzt. Einen Überblick darüber bietet dieser Wikipedia-Artikel.

Im Rehabilitationsbereich stehen den Menschen unter anderem

  • die RehaNova als neurologische Rehabilitationsklinik in Köln
  • REHA am Ring, Rehabilitation für Sporttraumatologie und Orthopädie
  • der NIB als neurologisch interdisziplinäres Behandlungszentrum
  • oder die geriatrische Rehabilitationsklinik des St. Marien-Hospitals

zur Verfügung.

Bei der Suche nach weiteren Kölner Reha-Einrichtungen steht diese Seite als hilfreiches Tool zur Verfügung. Zum Teil kann eine Rehabilitationsbehandlung auch ambulant vorgenommen werden. Dafür könnte in der Großregion um Köln die Reha Köln ein geeigneter Ansprechpartner sein. Außerdem bietet die „Ambulante Fachklinik für medizinische Rehabilitation“ in Köln Hohenlind/Lindenthal medizinische Rehabilitationsbehandlungen an. Kölner Bürger können gegebenenfalls auch auf spezialisierte Reha-Fachkliniken im weiteren Umland zurückgreifen. Geeignete Ansprechpartner sind hier die Krankenkassen oder der Rententräger.

Notdienstspraxen und Notapotheken im Kölner Raum

Für den Fall, dass ein medizinischer Notfall eintritt, sind diverse Notdienstpraxen in Köln zu finden. Eine Liste dieser Praxen und ihrer Standorte ist hier zu finden. Um die Notdienstpraxen der niedergelassenen Ärzte im Bereich Köln nicht zu überlasten, sollten in den öffnungsfreien Zeiten der Kölner Arztpraxen und in den klinischen Ambulanzen tatsächlich nur dringende medizinische Notfälle versorgt werden.

Als erster Ansprechpartner für sonstige Erkrankungen kann im Notfall eine der 259 Apotheken dienen, die abwechselnd Notdienste anbieten. Welche Apotheke aktuell Notdienst hat, können Betroffene bei Aponet im Serviceteil ermitteln. Gegebenenfalls und im akuten Krisenfall ist der Notarzt unter 112 zu alarmieren.

Niedergelassene Ärzte und Fachärzte in Köln

Wenn jemand in Köln einen qualifizierten Palliativmediziner sucht, wird er beim Palliativ- und Hospiznetzwerk Köln fündig. Hier finden sich auch die Adressen spezialisierter ambulanter Palliativ-Pflegedienste, ambulanter Hospizdienste oder stationäre Hospize. Die Adressen von allen niedergelassenen Ärzten sind am besten im Kölner Telefonbuch zu recherchieren.

Wie viele Mediziner mit eigener Praxis es in Köln gibt, ist derzeit nicht genau nachvollziehbar. Die Zahl von 2529 Kölner Medizinern, die 2011 ermittelt wurde, dürfte mittlerweile angesichts weiterer Maßnahmen der Gesundheitsreform überholt sein. Darunter waren 2011 genau 557 Allgemeinmediziner vertreten, aber nur 207 Gynäkologen und 57 Urologen. Auch in Köln wird der Trend zu Gemeinschaftspraxen sich fortsetzen. Hingegen wird in den ländlichen Randregionen die ärztliche Versorgung eine geringere Dichte haben. Die Bildung von medizinischen Kompetenzzentren im städtischen Raum ist wirtschaftlicher.

Heilpraktiker

Neben bekannten Heilpraktikerschulen gibt es in Köln auch zahlreiche Heilpraktiker und Mediziner mit alternativer Ausrichtung und/oder einer alternativmedizinischen Zusatzausbildung. Auch bei den Heilpraktikern gibt es unterschiedliche Schwerpunkte zu beachten. Das Empfehlungsportal Jameda benennt eine Zahl von 5134 Heilpraktikern in Köln. Von diesen haben diverse nur eine psychotherapeutische Ausrichtung. Andere sind breiter aufgestellt und bieten diese Spezialisierung zusätzlich an. Suchende, die Bewertungen interessiert sind, finden hier eine – vermutlich nicht ganz aktuelle – Liste der Kölner Heilpraktiker. Die meisten Anwendungen sind vom Patienten selbst zu zahlen, bis auf jene Therapien, die von der jeweiligen Krankenkasse anerkannt werden.

Wissenschaftliche Institute der Gesundheitsversorgung

Köln bietet in Sachen Gesundheitsversorgung außerdem diverse wissenschaftliche Institute, die Forschung auf diesem Gebiet betreiben. Zu den wichtigsten Kölner Institutionen gehören

  • das Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Universität zu Köln
  • das Institut für Gesundheits- und Versorgungsforschung (IVG) in Köln
  • das Institut für Qualitätssicherung im medizinischen Bereich
  • das Institut für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie der Universität Köln
  • oder das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e. V.

Außerdem arbeitet der Verein „Gesundheitsregion KölnBonn e. V.“ daran mit, dass es zu einer engeren Verzahnung der Bereiche Wissenschaft und Forschung in Medizin und Gesundheit kommt.

Gesundheit ist ein Grundrecht des Menschen. Wir möchten gesund leben und gesund alt werden. Doch was ist Gesundheit eigentlich? Den Zustand des Gesundseins empfindet jeder Mensch anders. Medizinische Befunde hingegen sind eindeutig. Häufig merken wir erst, was Gesundheit für uns bedeutet, wenn wir krank werden. Doch ist Gesundheit wirklich nur die Abwesenheit von Krankheit? Gehört ein gewisses Wohlbefinden nicht auch dazu? Zu dieser Frage gibt es zahlreiche Ansätze und Definitionen. Dabei werden bestimmte Merkmale und Faktoren immer wieder genannt.

Das Wort Gesundheit stammt aus dem Germanischen: (ga)sunda bedeutet stark, kräftig. Zu Gesundheit gibt es keine Pluralform – es gibt viele verschiedene Krankheiten, aber nur diese eine Gesundheit. Für das Leben in der Gesellschaft hat Gesundheit eine überaus positive Bedeutung. Ein gesunder Mensch kann sich im gesellschaftlichen Raum den sozialen Erwartungen gemäß bewegen, er ist handlungsfähig und kann seinen Aufgaben nachkommen. Gesundheit wird häufig als uneingeschränkte Leistungsfähigkeit verstanden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit folgendermaßen: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ Damit ist Gesundheit weit mehr als ein Nicht-Kranksein und wichtiger Bestandteil unseres täglichen Lebens. Sie ist zweifelsohne erstrebenswert. Wir können uns gesund ernähren und uns um einen möglichst gesunden Lebenswandel bemühen. Als primäres Lebensziel kann Gesundheit dennoch nicht gesehen werden. Sie ist ein Zustand des Wohlbefindens, der von zahlreichen verschiedenen Faktoren abhängig ist.

Gesundheit kann nicht auf die körperliche Unversehrtheit reduziert werden. Sie schließt einen als gut empfundenen psychischen Zustand ebenso ein wie Wohlbefinden auf sozialer Ebene. Gemäß einer Definition von Klaus Hurrelmann, einem deutschen Gesundheitswissenschaftler, ist die Gesundheit eines Menschen dann gegeben, wenn ein Gleichgewicht zwischen seinen eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen und den gegebenen äußeren Lebensbedingungen besteht.

Die Faktoren, die unsere Gesundheit beeinflussen, lassen sich in vier Bereiche einteilen: unsere Veranlagung, unsere Gewohnheiten, die Gemeinschaft, in der wir leben, und unsere Umwelt. Am Anfang steht unserer Veranlagung: Wie sind wir genetisch ausgestattet, was wird uns vererbt, wie ist unser Körper beschaffen? Als Nächstes sind unsere Lebensgewohnheiten entscheidend. Dazu gehören unser Essverhalten und unsere Bewegungsgewohnheiten. Auch unsere Lebensgeschichte, unsere Erfahrungen und die damit verbundenen Gefühle prägen uns und beeinflussen unser Wohlbefinden. Auch soziale Faktoren sind von großer Bedeutung. Sind wir gut in die Gesellschaft eingebunden und haben wir sinngebende Aufgaben in einer Gemeinschaft, fühlen wir uns wohler. Soziale Kontakte, Freundschaften, Partnerschaft und Familie wirken sich ebenso auf unsere Gesundheit aus wie unsere Hobbys und das Verhältnis zu den Kollegen am Arbeitsplatz. Umwelteinflüsse sind ebenfalls entscheidend. Dazu gehören nicht nur Faktoren wie der Kontakt mit Schadstoffen und die Beschaffenheit von Luft und Trinkwasser, sondern auch unsere Wohnverhältnisse und Ernährungsmöglichkeiten. Auch extremer oder anhaltender Lärm, Schmutz oder fehlende Helligkeit können unsere Gesundheit negativ beeinflussen.

Sind die Menschen in einem Land gesund, steigt die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung. Diese wiederum gilt als Anhaltspunkt für die Lebensqualität. Gesundheit ist wertvoll und erstrebenswert. Außerdem ist sie geschützt: Laut Verfassung der WHO ist sie ein Grundrecht des Menschen.