Der Kölner Stadtteil Rodenkirchen beginnt unmittelbar südlich der Altstadt, das Gleisbett in der Nähe des Südstadions bildet seine nördliche Abgrenzung. Im Osten ist der Rhein die natürliche Grenze, das heißt, Rodenkirchen liegt (anders als Deutz) selbstverständlich linksrheinisch. Dieser Bezirk ist hinsichtlich seiner Fläche beachtlich groß, berührt er doch im Süden bereits die Stadtgrenze von Brühl und im Westen jene von Hürth.

Um das mittelalterliche Rodenkirchen (damals Ruenkirchen beziehungsweise Ruwenkirch) rankt sich eine interessante Legende, in der der Kölner Bischof Maternus im Mittelpunkt steht. Demnach hatten sich die drei Bischofssitze Köln, Trier und Tongern darum gestritten, wo “ihr” Bischof nach seinem Tod bestattet werden sollte. Ein Kahn fuhr mit dem Leichnam des Bischofs flussaufwärts. Dort, wo das Boot gegen das Ufer stieß, haben die Kölner eine Kapelle errichtet. Dort sollen seine Eingeweide begraben worden sein. Dieser Ort wurde seit dieser Zeit Ruwenkirch genannt, denn Ruwen bedeutet Reue im Sinne der Trauer. Der Rest des Bischofs wurde schließlich in Trier begraben.

Heute finden wir am Rheinufer von Rodenkirchen die wahrscheinlich im zehnten Jahrhundert erbaute Maternuskapelle. Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen wurden 1925 in ihren Mauern zufällig sogenannte Memoriensteine entdeckt, die noch aus frühchristlicher Zeit stammen. Derartige Steine wurden einst nur in Kirchen mit Begräbnisrecht verbaut, typischerweise in Pfarrkirchen. Es ist daher durchaus möglich, dass es an diesem “geweihten Ort” bereits einen frühchristlichen Vorgängerbau gab.

Das geschäftige Zentrum Rodenkirchens rankt sich vor allem um ihre Hauptstraße, in etwa von der Rodenkirchener Autobahnbrücke bis zum Rodenkirchener Bezirksrathaus und auch entlang eines Teils der Maternusstraße beginnend am Bahnhof der Stadtbahnlinien 16 und 17 bis zum Maternusplatz.

Von hohem Freizeitwert ist der Leinpfad, der entlang des Rheins führt. Hier findet der Spaziergänger oder Radfahrer viele urige Kneipen, bewirtschaftete Bootshäuser oder einladende Biergärten. Wer die Ruhe liebt, findet seine Entspannung im Forstbotanischen Garten, der vom Naherholungsgebiet Friedenswald umgeben ist. Jenseits des Autobahnkreuzes Köln-Süd kommt man von hier aus schnell in den Kölner Grüngürtel, der ebenfalls zu ausgedehnten Spaziergängen zum Beispiel im Bereich des Kahnweihers einlädt.